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Neues vom Schloß Lanke
Es ist nur schwer nachzuvollziehen, dass der Senat von Berlin, vertreten durch den Regierenden Bürgermeister Herrn Klaus Wowereit, bei einem Schuldenstand des Landes Berlin von derzeit 60 Milliarden Euro nicht nur die Schaffung von mehr als 1000 Arbeitsplätzen auf dem Flughafen Tempelhof verweigert, sondern auch im Land Brandenburg in Lanke kein Interesse gezeigt hat, dass dort 60 neue Arbeitsplätze im Rahmen einer deutsch-polnischen Begegnungsstätte entstehen.
Entgegen der Ausschreibung für das Schloss Lanke in der vom Senat 550.000,--€ zuzüglich 5% Verkaufsprovision gefordert wurden, ist das Schloss inkl. 25.035 qm Schlosspark vom Liegenschaftsfonds im April 2008 für 320.000,--€ (Drucksache 1353) und damit weit unter Wert verscherbelt worden.
Friedrich-Wilhelm Graf von Redern und Fritz von Friedländer-Fuld, der immerhin im Jahr 1898 in Berlin ein Einkommen in Höhe von 2.995.000 Mark zu versteuern hatte und dessen Vermögen damals auf 75 Millionen geschätzt wurde, würden sich in ihren Gräbern umdrehen, wenn sie wüßten, in welchem Zustand sich das Schloss Lanke heute befindet.
Wir hoffen, dass die derzeitigten Eigentümer, vertreten durch die Schloss Lanke GmbH & Co. KG Grünberger Str. 67 in 10245 Berlin, seit 14.08.08 Köpenicker Str. 148, 10997 Berlin, das denkmalgeschützte Gebäude nicht weiter verrotten lassen.
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Schloß Lanke
(Auszug aus der gutachtlichen Stellungnahme zum Denkmalwert des Brandenburgischen Landesamtes
für Denkmalpflege)
Denkmalwert:
Neben dem bereits auf der Denkmalliste des Kreises Bernau 1977 ausgewiesenen und damit unter
Schutz gestellten weitläufigen Schloßpark mit der Grabanlage der Familie von Wülknitz sind ebenso
das repräsentative Schloß mit seinen Nebengebäuden, sowie der nördlich davon gelegene Wirtschaftshof Teile dieser großartigen Gesamtanlage, die im Sinne des Denkmalschutzgesetzes als
Einzeldenkmal anzusehen ist.
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 | 1688 wird erstmals in dem infolge des dreißigjährigen Krieges völlig wüsten Dorf Lanke
ein fester Rittersitz als Besitz des Wilhelm Heinrich von Happe erwähnt. 1769 ging das Gut an
die Familie von Holwede, von der es 1783 Hans Heinrich von Wülknitz übernahm. Der im Kern
des heutigen Schlosses überlieferte Vorgängerbau und das Grabdenkmal erinnern an diesen
Familienbesitz.
1827 kaufte Graf Friedrich Wilhelm von Redern, der spätere Generalintendant der Königlichen
Bühnen von Berlin, das Gut Lanke mit den dazugehörigen Orten Prenden, Ützdorf, Werder, Sophienstädt
und Neudörfchen, sowie 1838 das Vorwerk Ahrendsee. In seinem Auftrage erfolgte die großzügige
Neugestaltung des Schloßparkes durch P. J. Lenné und schließlich 1856-58 der Schloßerweiterungs- und -umbau durch C. H. Eduard von Knoblauch. Mit 45 Gütern waren die Grafen
von Redern die wohlhabensten Großgrundbesitzer des Niederbarnims und dabei Lanke mit rund
4500 ha Land das größte Gut.
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Das Schloß ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele in der Mark Brandenburg, dessen
historisierendes Fassadenbild sich am französischen Rennaissancestil orientiert.
In der Wahl dieses Stils steht Lanke am Beginn einer in den 1850er Jahren entstehenden
internationalen Architekturströmung und spiegelt den damals in Berlin vorherrschenden
Architekturgeschmack wider.
Neben den ebenfalls von Knoblauch entworfenen Herrenhäusern in Kröchlendorf und Görlsdorf
(letzteres nicht mehr vorhanden) ist die reiche Fassadengliederung des Schlosses Lanke
mit der bewegten Dachlandschaft und seine malerische Einbindung in den umgebenden Landschaftspark
von hoher künstlerischer Bedeutung. Auch in der klaren Konzeption der Gesamtanlage, dem Aufnehmen
architektonischer Details des Hauptgebäudes an Nebengebäuden, dem abseits gelegenen Wirtschaftshof
mit der historisierenden Schaufassade der Brennerei und dem Zusammenspiel architektonischer
und landschaftsgestalterischer Elemente zeigt sich der hohe künstlerische Anpruch.
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Die städtebauliche Bedeutung des aus Schloß mit Nebengebäuden, Park und Wirtschaftshof bestehenden
Adelssitzes ist erlebbar in seiner das Ortsbild von Lanke entscheidend prägenden Dominanz
unter Einbeziehung der landschaftlich besonders reizvollen wald- und wasserreichen Umgebung.
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Gemäß §2, Abs.1 sind das Schloß mit Nebengebäuden, der Park und der Wirtschaftshof
auf Grund ihrer geschichtlichen, künstlerischen, sowie städtebaulichen Bedeutung als
Einzeldenkmal erhaltenswert.
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