Graf Friedrich Wilhelm von Redern
(1802 - 1883)


Die Familie von Redern ist ein uraltes Geschlecht dessen wendischer Stammsitz um Schwante im Osthavelland zu suchen ist. Die wohl schillernste Gestalt der Familie war Graf Friedrich Wilhelm von Redern Von 1828 bis 1842 war er Generalintendant der königlichen Bühnen zu Berlin und zuständig für das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt sowie der Oper Unter den Linden. Von 1842 an leitete er die königliche Hofmusik und bestimmte damit u.a. die Geschicke des Domchores. 1847 berief ihn König Friedrich Wilhelm IV in die Herrenkurie des Brandenburgischen Provinzial-Landtags, später hatte er einen einfluss- reichen Sitz im Preußischen Herrenhaus.

Als Vertrauter dreier preußischer Monarchen war er 50 Jahre hindurch eine der Schlüsselfiguren nicht nur des kulturellen, sondern auch des politischen Lebens im Berlin des 19. Jahrhunderts.

Schon als junger Mann legte Graf Redern sein Vermögen in Grundbesitz an. Im Jahr 1826 wurde die Herrschaft Lanke vom Baron Wülknitz für 225.000 Thaler erkauft. Sie enthielt 26.000 Morgen (6.630 ha), darunter über 11.000 Morgen Forst, der allein auf 465.000 Thaler geschätzt wurde. Im ganzen waren es 14 größere und kleine Ortschaften, 17 Seen, neben einem schönen Herrenhaus und dem Park, nur 6 Meilen von Berlin entfernt.

Die Berliner Adresse der von Redern lautete: Unter den Linden 1!
Dort, wo heute das wiedererbaute Hotel Adlon steht, befand sich bis 1905 das Palais der Grafen von Redern. Friedrich Wilhelm von Redern beauftragte 1829 den berühmten Architekten Schinkel mit dem Umbau des alten Palais zu einem der schönsten Bauten Berlins. Das neue Palais Redern bildete mit seiner Bibliothek, seinem Konzertsaal und seiner Gemäldegalerie den Mittelpunkt des geselligen Lebens der Stadt. Hier traf sich insbesondere die Kulturwelt des damaligen Berlin.. Friedrich Wilhelm von Redern war mit Goethe, Schlegel, Humboldt und Mendelssohn bekannt.

Der Neffe und Erbe Wilhelm von Redern verkaufte das Palais 1905 an Lorenz Adlon, der es dann trotz großer Proteste der Öffentlichkeit abreißen ließ und an seiner Stelle das Hotel Adlon erbaute.